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Österreich EnglishDeutschFrench
Abf-Austria, Mai 1997
 

Lehrlingsausbildung
Österreichweit ist die Gesamtzahl der Lehrlinge 1996 nach vorläufigen Daten um über 3.300 Lehrlinge auf rd. 120.000 geschrumpft. Das entspricht einem Rückgang um 2,7 %.

Sozialministerin Hostasch und Wirtschaftsminister Farnleitner haben mit den Präsidenten der Sozialpartner ein umfangreiches Paket zur Reform der Lehrlingsausbildung beschlossen. Zielsetzung der Maßnahmen ist es, die Zahl der Jugendlichen in der dualen Ausbildung zu erhöhen und die Zahl der Lehrbetriebe zu steigern. Kernstück der Reform ist eine finanzielle Entlastung der ausbildenden Betriebe. Darüber hinaus soll es beispielsweise auch bessere Umstiegsmöglichkeiten von Absolventen von Lehrberufen außerhalb des Berufsausbildungsgesetzes geben. Weitere Punkte betreffen die Lehrabschlußprüfung, Kinder- und Jugendschutzbestimmungen, die betriebliche Weiterbildung von Lehrlingen und Lehrabsolventen usw.
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Berufsbildendes Schulwesen
Mit der Einführung von schulautonomen Bestimmungen hat man begonnen, die Lehrpläne im Sinne eines grundlegenden Theorie- und Praxisunterrichts und einer darauf aufbauenden praktischen Spezialisierung umzugestalten. Innerhalb eines bestimmten Rahmens können bestimmte Fächerangebote schulautonom festgelegt und Ausbildungsschwerpunkte gewählt werden. Darüber hinaus wurden neue Richtlinien für erweiterte Freiräume hinsichtlich der wirtschaftlichen Gebarung von Schulen eingeführt.
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FHS, Fachhochschul-Studiengänge
Zu Beginn der 90er Jahre setzte in Österreich eine Diskussion zum intensiveren Ausbau des nichtuniversitären, tertiären Sektors in Form von Fachhochschulen ein. Fachhochschul-Studiengänge werden seit dem Jahr 1994 angeboten, Zielgruppen sind Maturanten und Fachkräfte mit einschlägiger beruflicher Qualifikation. Im Studienjahr 1997/98 werden etwa 35 verschiedene Fachhochschul-Studiengänge in Vollzeit- und berufsbegleitender Form die Ausbildung zum Diplomingenieur (FH) und Magister (FH) in allen Bundesländern ermöglichen.
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Hochschule, Universität
Das Universitätsstudiengesetz (UniStG) passierte den Ministerrat. Es wird mit Beginn des Studienjahres 1997/98 in Kraft treten und betrifft insbesondere Neuerungen in der inhaltlichen Gestaltung der Hochschulstudien und sieht eine verstärkte Eigenverantwortung der Anbieter vor, während die ministerielle Verantwortung auf Rahmensetzungen (wie etwa die Einhaltung bestimmter Verfahrensvorschriften bei der Studienplanentwicklung) beschränkt.

Die Zahl der Studierenden in Österreich hat in den letzten Jahrzehnten ständig zugenommen - eine entsprechende Entwicklung auf der Lehrerseite gibt es allerdings nicht. Während mittlerweile 55 Prozent (1996/97) aller Studienanfänger Frauen sind, liegt der Prozentsatz der Professorinnen bei 3,9 Prozent.

Der Anteil an Frauen unter allen Studierenden stieg seit 1970 von 25,7 auf 46,7 Prozent. Ähnlich die Entwicklung unter den Studienabschlüssen: 1970: 25 Prozent Frauen; 1994/95: 44,9 Prozent (letzte verfügbare Zahlen). Und waren es 1969/70 nur 4 Prozent Frauen, die sich den höchsten Hochschulgrad, die Habilitation, erarbeiteten, so betrug der Anteil 1996/97 17,1 Prozent. Kaum gewachsen ist dagegen der Anteil der Frauen unter den Universitätsprofessoren seit 1970, nämlich von 2 auf 3,9 Prozent. Und nach wie vor gibt es an den 18 österreichischen Universitäten und Kunsthochschulen keine Rektorin.
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Weiterbildung
Ein Beirat, der sich aus Repräsentanten der Sozialpartner und den größten Erwachsenenbildungs- und Weiterbildungseinrichtungen Österreichs zusammensetzt, wird der Unterrichtsministerin Elisabeth Gehrer in Hinkunft Vorschläge für die Vergabe von Förderungen im Bereich der Erwachsenenbildung unterbreiten. Das nun gegründete 12-köpfige Gremium berät über die Vergabe von jährlich 130 Mill. ATS. Gefördert werden einerseits bestimmte Projekte, zB Weiterbildungsvorhaben für spezielle Personengruppen, und andererseits werden auch Basissubventionen an einzelne Institutionen vergeben. Hierbei wird vom Beirat auf eine ausgewogene Mittelverteilung zwischen Vorhaben der beruflichen sowie der allgemeinen Bildung Wert gelegt.
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Aktuelle Arbeitsmarktentwicklungen
Die Arbeitslosigkeit in Österreich macht auch vor Akademikern nicht halt. 1996 waren 19808 Universitätsabsolventen zumindest einen Tag von Arbeitslosigkeit betroffen, was einer Steigerung von 10,1 % gegenüber dem Vorjahr entspricht. Im Schnitt waren die Betroffenen 126 Tage ohne Arbeit (+2 Tage gegenüber 1995). Von Arbeitslosigkeit betroffen sind insbesondere Absolventen der Geistes- und Naturwissenschaften sowie die Rechts-, Sozial- und Wirtschaftswissenschaften, die eine Steigerung der arbeitslosen Akademiker von +3,7 % im letzten Jahr zu verzeichnen haben.
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Ministerien: Neubesetzungen, Umstrukturierungen
Im folgenden sind die vier, im Zusammenhang mit beruflicher Bildung wichtigsten Ministerien in Österreich dargestellt (Besetzung und für das CEDEFOP relevante Arbeitsbereiche der Ministerien zum Stand Mai 1997):

  • Bundesministerium für wirtschaftliche Angelegenheiten:
    Dr. Johann FARNLEITNER (insb. Lehrlingsausbildung, berufliche Befähigungsnachweise und Berufsberechtigungen)
  • Bundesministerium für Unterricht und kulturelle Angelegenheiten:
    Elisabeth GEHRER (insbes. sämtliche Bereiche des Schulwesen)
  • Bundesministerium für Wissenschaft und Verkehr:
    Dr. Caspar EINEM (insb: Universitäten, Fachhochschulen im Einvernehmen mit dem Unterrichtsministerium)
  • Bundesministerium für Arbeit und Soziales:
    Eleonora HOSTASCH (insb. Arbeitsmarktschulung, aktive Arbeitsmarktpolitik)
Source: Abf-Austria
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