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Griechenland EnglishDeutschFrench
November 1997
 

Einleitung
Das System der allgemeinen und beruflichen Bildung in Griechenland wurde 1976/77 einer umfassenden Reform unterzogen. Die Reformmaßnahmen sollten die Chancen der technischen und beruflichen Ausbildung im Vergleich zu den Chancen des allgemeinbildenden Schulsystems verbessern. Während dieses Zeitraums wurde auch das Angebot an Hochschulstudiengängen beträchtlich erweitert, und es wurden höhere technische Bildungseinrichtungen (ITE) gegründet. Dennoch bleibt die Attraktivität der neu geschaffenen technischen und beruflichen Schulen (TEL und TES) begrenzt. Sie sind kaum mehr als Wartesäle für den Wiedereintritt in die allgemeinbildende Sekundarschul-Oberstufe und/oder den Hochschulbereich, und bereiten nicht in angemessener Weise auf Beruf und Beschäftigung vor. Das Schulsystem tendiert dazu, vor allem Schüler, die in allgemeinbildenden Schulen scheitern, auf technische und berufliche Schulen hinzuorientieren.

In jüngster Zeit wurden neue Ausbildungszentren (OEEK) gegründet, wo solche Jugendliche, die die Aufnahmeprüfungen der Hochschuleinrichtungen (Universitäten und technische Hochschulen bzw. ITE's: Fachhochschulen) nicht bestehen, eine intensive, sechs- bis neunmonatige Ausbildung erhalten, die sie auf das Berufsleben vorbereiten soll. Die von den staatlichen Arbeitsbehörden (OAED) verwalteten Lehrlingsausbildungssysteme bieten zwar nur eine beschränkte Zahl von Ausbildungsplätzen, scheinen jedoch attraktiver zu sein und bieten gute Beschäftigungsaussichten.

Eine allgemeine und berufliche Fort- oder Weiterbildung ist praktisch nicht existent. Einige private Institute und zahlreiche ausländische Colleges und Universitäten (hauptsächlich britische und amerikanische) bieten eine breite Vielfalt von äußerst teuren Kursen an. Die Griechen zeigen sich sehr an allgemeiner und beruflicher Weiterbildung interessiert, doch können sich nur wenige die Teilnahme an solch kostspieligen Kursen leisten. Ein staatliches Programmangebot existiert nicht und ebensowenig Fördermaßnahmen für potentielle Teilnehmer.

Griechenland ist nach wie vor von einem massiven Brain-Drain betroffen, da zahlreiche Studenten sich im Ausland um anspruchsvollere Studiengänge und/oder Arbeitsplätze bemühen.
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Hauptprobleme
Das griechische Berufsbildungssystem bedarf einer grundlegenden Neustrukturierung, die folgende Punkte umfassen muß:

  • eine Modernisierung der Ausbildungsziele und Ausbildungsinhalte,
  • methoden, -werkstätten, etc.;
  • eine engere Zusammenarbeit mit Branchen- und Wirtschafts-/Serviceorganisationen (Sozialpartner);
  • angemessene Verfahren zur Qualitätskontrolle unter Einbeziehung der Sozialpartner und von Fachleuten;
  • verstärkte Bemühungen um die Erneuerung des Ausbildungsangebotes für den (privaten) Dienstleistungssektor.
Die Verfahrensweisen und Interventionen der Sozial- und Strukturfonds im Bereich der beruflichen Bildung müssen kosteneffizienter gestaltet werden und sollten verstärkt zur Einführung kohärenter Qualifikationsniveaus und Berufsprofile genutzt werden, wobei eine Äquivalenz oder zumindest gegenseitige Abstimmung zwischen den verschiedenen Anbietern sichergestellt werden sollte (dem staatlich verwalteten Berufsbildungssystem und den OAED-Ausbildungsmaßnahmen oder sogar privaten Ausbildungsanbietern, die berufliche Weiterbildungsmaßnahmen anbieten). Die Einrichtung von dreigliedrigen Ratsgremien oder Branchenausschüssen kann sinnvoll sein, um öffentliche Organe auf örtlicher, regionaler und nationaler Ebene bei der angemessenen Vorbereitung und Realisierung solcher Strukturen zu unterstützen. Nur unter diesen Voraussetzungen ließe sich das Ziel erreichen, die Attraktivität dieser Ausbildungswege sowohl für Eltern/Schüler als auch für potentielle Arbeitgeber zu erhöhen.
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Arbeitslosigkeit
Die Arbeitslosenquote in Griechenland betrug 1994 9,6% (zum Vergleich: 1990 waren es 7%). Die Jugendarbeitslosigkeit lag bei etwa 28% und die Frauenarbeitslosigkeit bei etwa 14%. Aufgrund fehlender Fördermaßnahmen sowie unzureichender Arbeitslosenversicherungssysteme und Beratungs-/Vermittlungsangebote scheint die versteckte Arbeitslosigkeit recht hoch zu sein. 1995 waren 52% aller Arbeitslosen Langzeitarbeitslose. Die legale und illegale Einwanderung oder Rückwanderung von Menschen aus dem (früheren) Jugoslawien, aus Albanien, Rumänien, Bulgarien sowie aus der früheren Sowjetunion erhöht zudem noch die Zahl der Arbeitssuchenden.
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