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Niederlande EnglishDeutschFrench
Gerry Spronk, Februar 1997
 

  1. Einleitung
  2. Some statistical data
  3. Berufliche Erstausbildung
  4. Ausbildung in den Regionalen Ausbildungszentren (ROC)
  5. Landwirtschaftliche Ausbildungszentren (AOC)
  6. Gesetz über Erwachsenenbildung und berufliche Ausbildung (WEB)
  7. Qualifikationsstruktur der beruflichen Ausbildung
  8. Berufliche Weiterbildung
  9. Ausbildung für Erwerbstätige
  1. Einleitung
    1994 erschien die CEDEFOP-Monographie über das Berufsbildungssystem in den Niederlanden in mehreren Sprachen. Seitdem kam es im Bildungssystem zu mehreren Änderungen. Das CEDEFOP beabsichtigt, diese Veröffentlichung in Kürze zu überarbeiten.

    Im Vorgriff darauf hat das CINOP diese Aufzeichnung verfaßt, um einen Überblick über mehrere Änderungen und Überarbeitungen des Systems und der Rechtsvorschriften für das Bildungswesen zu geben.

    Die in Klammern genannten Absatznummern verweisen auf die Monographie „Das Berufsbildungssystem in den Niederlanden".
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  2. Einige statistische Daten
    1994 entfielen in den Niederlanden 5,5% des BIP auf das Bildungssystem. Der staatliche Anteil betrug dabei durchschnittlich 4,9% (Ziffer 3.2.6.).

    Die staatlichen Ausgaben für das Bildungssystem machen 9% der gesamten Bildungsausgaben aus.

    Anzahl der Schüler im Berufsbildenden Sekundarunterricht der Oberstufe
    1996 lag die Anzahl der Schüler im Berufsbildenden Sekundarunterricht der Oberstufe (MBO) bei 271.500. Diese Zahl blieb in den letzten Jahren mehr oder weniger konstant. Sowohl beim Zu- als auch beim Abgang beläuft sich die Zahl auf jährlich 90.000 Schüler. Dies wird auch in den nächsten Jahren im großen und ganzen so bleiben (Ziffer 2.2.12.). Der Zugang an Schülern beruht knapp zur Hälfte auf Schülern des allgemeinbildenden Sekundarunterrichts der Mittelstufe (MAVO); 20% haben ein VBO-Diplom.

    Der größte Teil der Abgänger verläßt das Bildungssystem (±65%). Dieser Anteil geht jedoch zugunsten eines steigenden Prozentsatzes von Schülern zurück, die eine Fachhochschulausbildung (HBO) anschließen möchten.

    Der Frauenanteil beträgt 49%, was in etwa dem Frauenanteil in der betreffenden Altersgruppe entspricht.
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    Anzahl Auszubildender
    In der Lehrlingsausbildung beträgt die Anzahl Auszubildender im Jahr 1996/97 130.900 (Ziffer 2.4.14.). Diese Zahl ist jedoch rückläufig, wobei sich dieser Trend wahrscheinlich in den nächsten Jahren weiter fortsetzen wird. Der Frauenanteil beträgt ±30%.
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  3. Berufliche Erstausbildung
    1. Berufliche Grundbildung (VBO)
      Die berufliche Grundbildung dauert vier Jahre und hat den Berufsfachschulunterricht abgelöst. Sie bietet allgemeinbildende und berufsorientierte und -vorbereitende Fächer an. Sie richtet sich an Schüler, die vorrangig praxisorientiert sind. Die Teilnehmer an der beruflichen Grundbildung sollen im Berufsbildenden Unterricht der Oberstufe eine berufliche Qualifizierung erhalten.
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    2. Berufsbildender Unterricht der Oberstufe (MBO)
      Im Rahmen des MBO übernehmen die überregionalen Einrichtungen für die berufliche Ausbildung (Ziffer 2.4.11.) eine wichtige Aufgabe.

      Die überregionalen Einrichtungen für berufliche Ausbildung (LOB) sind nach Branchen gegliederte Fachzentren für den Berufsbildenden Unterricht der Oberstufe. Sie vermitteln selbst keine berufliche Erstausbildung, erfüllen jedoch eine wichtige Aufgabe. Jede LOB entwickelt für die eigene Branche einen Gesamtkomplex an Qualifikationen für den angehenden Berufsangehörigen. Gemeinsam sind sie für die Entwicklung einer kohärenten Qualifikationsstruktur für den gesamten MBO zuständig. Grundlage hierfür sind die Berufsprofile, die von den LOB in Zusammenarbeit mit der Wirtschaft festgelegt werden. Die LOB sind auch für die Vermittlung und Bereitstellung von Ausbildungsplätzen für den MBO zuständig und können eine externe Anerkennung der MBO-Prüfungen herbeiführen. Daneben sind sie für die Auswahl und Qualitätskontrolle von Ausbildungs- und Praktikumsplätzen zuständig und beraten den Bildungsminister in Fragen des Ausbildungsinhalts und der Vermittlung des Berufsbildenden Unterrichts. Derzeit bestehen in den Niederlanden 22 überregionale Einrichtungen für die berufliche Ausbildung.

      Die regionalen Gremium des Lehrlingswesens (Ziffer 2.4.12.) wurden durch diese Umstrukturierung überflüssig und wurden deshalb abgeschafft.

      MBO comprises some 500 different training courses which are offered in a vocational education/vocational guidance learning path. The emphasis is on "training at school".

      Der Berufsbildende Unterricht der Oberstufe ist nach Wirtschaftszweigen gegliedert (Ziffer 2.4.1.). Die betreffenden Wirtschaftszweige sind Technik, Wirtschaft, Dienstleistung und Gesundheitsfürsorge sowie Landwirtschaft. Jeder Wirtschaftszweig ist für die Ausbildung in mehreren Branchen zuständig. Diese branchenspezifischen Ausbildungsgänge führen zu den weiter oben beschriebenen überregionalen Qualifikationen, existieren auf einem unterschiedlichen SEDOC-Niveau und dauern unterschiedlich lange. Insgesamt gibt es 22 verschiedene Branchen. Die Ausbildung in der Landwirtschaft erfolgt durch die AOC.

      Der Berufsbildende Unterricht der Oberstufe umfaßt ca. 500 verschiedene Ausbildungsgänge, die in einem berufsbildenden bzw. berufsbegleitenden Ausbildungsgang angeboten werden. Das Schwergewicht liegt hierbei auf der „Ausbildung in der Schule".

      Mit dem Gesetz über Erwachsenenbildung und berufliche Ausbildung (WEB) hat der Gesetzgeber dem Berufsbildenden Unterricht der Oberstufe und der (Erwachsenen-)Bildung mehrere administrative, gesellschaftliche und bildungstheoretische Aufgaben zugewiesen (Ziffer 2.4.3.).

      Die administrative Aufgabe beinhaltet eine größere Autonomie und Deregulierung von Aufgaben und Zuständigkeiten. Die Institutionen sind am Aufbau des Bildungsangebots und dem Personaleinsatz stärker beteiligt.

      Die gesellschaftliche Aufgabe besteht darin, daß die Institutionen einen differenzierten Komplex von Bildungsmöglichkeiten im Bereich Erwachsenenbildung und beruflicher Ausbildung anbieten können. Dieser Komplex soll sowohl der gesellschaftlichen Nachfrage (Schulabgänger mit guter Qualifikation) als auch der individuellen Nachfrage (Aufbau von Ausbildungsgängen in der Weise, daß sie mit einem Zeugnis abgeschlossen werden können) gerecht werden.

      Der bildungstheoretische Auftrag besteht darin, daß das Bildungsangebot ein ausreichendes Niveau aufweisen soll, und daß die Ausbildungsgänge effizient und gesellschaftlich relevant sind. Die Ausbildung soll zu gesellschaftlich anerkannten Berufen auf anerkannten Qualifikationsebenen führen. Hierin liegt auch der pädagogische Auftrag.

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  4. Ausbildung in den Regionalen Ausbildungszentren (ROC)
    Derzeit ist eine Entwicklung im Gang, die dazu führen soll, daß am 1. Januar 1998 etwa 45 bis 50 Regionale Ausbildungszentren bestehen. Spätestens am 1. Januar 2000 sollen alle Institutionen des Berufsbildenden Unterrichts der Oberstufe und der Erwachsenenbildung in einem ROC-Verband aufgegangen sein. Durch diese Vergrößerung der Zuständigkeiten entstehen neue Bildungseinrichtungen, in denen gemäß dem Gesetz über Erwachsenenbildung und berufliche Ausbildung ein geschlossenes System von Ausbildungsgängen angeboten werden kann. Auf diese Weise entsteht in jeder Region der Niederlande eine Bildungseinrichtung, die sich auf die Möglichkeiten und Wünsche eines Großteils der Bevölkerung einstellen kann.

    Nach dem Gesetz über Erwachsenenbildung und berufliche Ausbildung besteht die Hauptaufgabe der beruflichen Ausbildung und Erwachsenenbildung in einem ROC in folgendem:

    • Bereitstellung der (Erwachsenen-)Bildung: Förderung der persönlichen Entfaltung im Dienste der gesellschaftlichen Aufgabenstellung von Erwachsenen. Nach Möglichkeit schließt diese Erwachsenenbildung an das Eingangsniveau der beruflichen Ausbildung an.
    • Bereitstellung der beruflichen Ausbildung: theoretische und praktische Vorbereitung auf die Berufsausübung, wofür eine berufsqualifizierende Ausbildung erforderlich ist bzw. zweckmäßig sein kann; die berufliche Ausbildung fördert gleichzeitig die Allgemeinbildung und die persönliche Entfaltung der Teilnehmer und trägt zur gesellschaftlichen Aufgabenstellung bei.

      Nach dem WEB beschränkt sich die staatliche Aufgabe auf die Formulierung allgemeiner Ziele, die Qualitätskontrolle und eine zweckmäßige Bereitstellung von Mitteln und die generelle Regelung der Voraussetzungen. Deswegen richtet sich die Regelung vor allem auf den gewünschten Bildungserfolg. Dieser Erfolg besteht inhaltlich in einer überregionalen Qualifikationsstruktur, einer Einteilung der zu berücksichtigenden Lernziele auf vier Ebenen und der Ausbildungsgänge in zwei Varianten.

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  5. Landwirtschaftliche Ausbildungszentren (AOC)
    Die Landwirtschaftlichen Ausbildungszentren werden vom Ministerium für Landwirtschaft, Naturschutz und Fischerei finanziert (Ziffer 2.4.4.). Mit dem Inkrafttreten des Gesetzes über Erwachsenenbildung und berufliche Ausbildung stand jedem von ihnen frei, als selbständiges AOC weiterzubestehen oder Bestandteil eines ROC zu werden. Ihr Ausbildungsangebot muß sich in den Rahmen der Qualifikationsstruktur, wie im WEB vorgeschrieben, einfügen.

    Zentren für Innovation und Praktika (IPC) unterstützen die AOC bei der Durchführung bzw. Erneuerung der Ausbildungsgänge.
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  6. Gesetz über Erwachsenenbildung und berufliche Ausbildung (WEB)
    Die Ausarbeitung und das Inkrafttreten des neuen Gesetzes über Erwachsenenbildung und berufliche Ausbildung (WEB) kann als wichtigste Entwicklung für den Berufsbildenden Unterricht der Oberstufe gelten. Das Gesetz trat am 1. Januar 1996 in Kraft. Vorgesehen ist eine schrittweise Einführung. Spätestens am 1. Januar 2000 sollen die letzten, auf diesem Gesetz beruhenden Maßnahmen eingeführt sein.

    Zunächst ist mit dem Gesetz beabsichtigt, einen stärkeren Zusammenhang zwischen der beruflichen Ausbildung und der (Erwachsenen-)Bildung herzustellen. Dieser Zusammenhang wird in der Qualifikationsstruktur sichtbar. In der Qualifikationsstruktur sind alle Qualifikationen (überregionale Lernziele), die über die Ausbildungsgänge im MBO (und in der Erwachsenenbildung) erreichbar sind, in einer einzigen Gesamtstruktur festgelegt.

    In dem Gesetz wird zwischen dem Ziel der beruflichen Ausbildung und dem Weg hierzu unterschieden. So sind für die Festlegung der Lernziele der MBO-Ausbildungsgänge das Bildungssystem sowie Arbeitgeber- und Arbeitnehmerorganisationen gemeinsam zuständig. Die Lernziele und die Zusammenfassung in (Teil-)Qualifikationen der MBO-Ausbildungsgänge werden überregional entwickelt und festgelegt.

    Für die Entwicklung und Durchführung von Ausbildungsgängen, die die Teilnehmer in einer hierzu festgelegten Anzahl Jahren und über ein oder beide Ausbildungsgänge zu diesen Qualifikationen führen sollen, sind die Schulen, die ROC, zuständig. Um den Zusammenhang mit den beruflichen Ausbildungsgängen sicherzustellen, wird auch für das Erwachsenenbildungsangebot eines ROC eine überregional gegliederte Qualifikationsstruktur eingeführt.

    Neben einer größeren Kohärenz im Bildungssystem zielt das WEB aber auch darauf ab, eine bessere Anpassung an die Entwicklungen des Arbeitsmarktes herzustellen (beispielsweise durch die bereits erwähnte Aufteilung der Zuständigkeit bei der Entwicklung von Lernzielen, durch die Durchführung eines größeren Teils der Ausbildungszeit für alle Ausbildungsgänge in der Berufspraxis, und durch die administrative Einbeziehung örtlicher Arbeitgeber und Arbeitnehmer in die Ausbildungspolitik). Darüber hinaus zielt das Gesetz darauf ab, durch die Zusammenlegung von Ausbildungsgängen in großen ROC in jeder Region breite Ausbildungsgemeinschaften zu gründen, die eine breite Skala im Bereich der Erstausbildung (und Anschlußausbildung) bieten können. Diesen Ausbildungsgemeinschaften kommt in der eigenen Region eine zentrale Stellung bei der arbeitsmarktorientierten Ausbildung von Jugendlichen zu, aber auch die Bildung und Ausbildung von gefährdeten Jugendlichen und Erwachsenen sowie die (örtliche) arbeitsmarktorientierte Ausbildung Erwerbstätiger und Arbeitsloser gehören zu ihren Aufgaben.

    Um die ROC in die Lage zu versetzen, diese Aufgaben zu erfüllen, müssen sie ihre eigene Politik durchführen können, die auf die Bedürfnisse in der eigenen Region ausgerichtet ist. Hierzu verfügen sie über ein großes Maß an Autonomie, beispielsweise beim Weiterbildungsangebot, bei der Entwicklung individueller Ausbildungsgänge, wobei den persönlichen Möglichkeiten und Wünschen Rechnung getragen wird, oder bei der detaillierten Ausarbeitung überregionaler Lernziele nach Absprache mit der Wirtschaft.
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  7. Qualifikationsstruktur der beruflichen Ausbildung
    Einen zentralen Platz im WEB nimmt eine überregionale Qualifikationsstruktur für die berufliche Ausbildung ein. Darin wurde ein neues Bildungsmodell aufgenommen. Die Erwachsenenbildung erhält eine eigene Qualifikationsstruktur, die an die der beruflichen Ausbildung anschließen soll.

    In der beruflichen Ausbildung werden ab 1. August 1997 fünf Arten von Ausbildungsgängen unterschieden, die an vier Qualifikationsebenen anschließen.
    EbeneAusbildungsgangDauer
    1. einfache ausführende TätigkeitenGehilfenausbildung0,5-1 Jahr
    2. ausführende Tätigkeitenberufliche Grundbildung2-3 Jahre
    3. vollständig selbständige
        Ausführung von Tätigkeiten
    Fachausbildung2-4 Jahre
    4. vollständig selbständige
        Ausführung von Tätigkeiten
        mit breiter Einsatzmöglichkeit bzw. Spezialisierung
    Ausbildung für mittlere Führungsebene
    Spezialisierung
    3-4 Jahre
    1-2 Jahre

    Bei der Ausbildung auf diesen Ebenen werden zwei Ausbildungswege unterschieden:

    • Berufsbegleitender Ausbildungsgang (vergleichbar mit der ehemaligen Lehrlingsausbildung)
    • Berufsbildender Ausbildungsgang (vergleichbar mit dem alten Berufsbildenden Sekundarunterricht der Oberstufe).
    Auch die Erwachsenenbildung erhält eine eigene Qualifikationsstruktur, deren genaue Ausarbeitung noch beschlossen werden muß. Die Erwachsenenbildung ist auf einen sachgerechten Anschluß an die berufliche Ausbildung und die Weiterbildung ausgerichtet. Daneben steht die Ausbildung im gesellschaftlichen Kontext (Selbsthilfe) im Vordergrund.

    Ab 1. Januar 1997 werden vier Arten von Ausbildungsgängen unterschieden:

    • Allgemeine Fortbildung für Erwachsene (VAVO);
    • Ausbildungsgänge mit Ausrichtung auf eine breite gesellschaftliche Aufgabenstellung;
    • Ausbildungsgänge in Niederländisch als zweiter Sprache;
    • Ausbildungsgänge im Hinblick auf Selbsthilfe.
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  8. Berufliche Weiterbildung
    Unter die berufliche Weiterbildung fallen alle (in Vollzeit oder Teilzeit angebotenen) qualifizierenden Ausbildungstätigkeiten, die für Personen bereitstehen, die die berufliche Erstausbildung abgeschlossen haben, nicht mehr schulpflichtig sind und über diese qualifizierenden Ausbildungsgänge ihre Position auf dem Arbeitsmarkt verbessern können. Für diese Personen steht ein breites Angebot zur Verfügung, das sich jedoch nicht als kohärentes System darstellt.

    Die etwa 500 verschiedenen Ausbildungsgänge, die im MBO angeboten werden, werden auch als Teilzeitausbildung angeboten. Diese Teilzeitvariante ist jedoch nicht mit dem berufsbegleitenden Ausbildungsgang zu verwechseln, wobei der Hauptakzent auf „Ausbildung in der Berufspraxis" (Lehrlingsausbildung) liegt.

    Teilzeitvariante bedeutet, daß die Schulbildung oft außerhalb der regulären Schulzeit vermittelt wird, d.h. abends oder am Wochenende. Von dieser Teilzeitvariante machen oft Personen Gebrauch, die ihre Position auf dem Arbeitsmarkt verbessern wollen, oder solche, die eine berufliche Erstausbildung vorzeitig abgebrochen haben. Deshalb fällt das MBO in Teilzeitform unter die berufliche Weiterbildung, obwohl es zu Qualifikationen führt, die für die berufliche Erstausbildung entwickelt wurden.
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  9. Ausbildung für Erwerbstätige
    Die Ausbildung für Erwerbstätige (Ziffer 2.4.17.ff.) fällt in die Zuständigkeit der Sozialpartner. Die staatlichen Maßnahmen beschränken sich auf die Verbesserung der Rahmenbedingungen für diese Ausbildung. Hierbei wurden einige Prioritäten aufgestellt, von denen eine die Verbesserung des Zugangs gefährdeter Gruppen zur (berufsorientierten) Ausbildung ist. Ein gutes Beispiel hierfür ist die strukturelle Finanzierung der Erwachsenenbildung: das Bildungs- und Ausbildungsangebot in einem ROC für Personen, die sich neu in den Niederlanden niederlassen, aus dem Ausland zugewandert sind, und für Arbeitssuchende.

    Ein weiteres Beispiel ist die Ausarbeitung des Gesetzes über die Verringerung des Abzugs der Lohnsteuer und der Sozialversicherungsabgaben (WVA). Dieses Gesetz ermöglicht den Arbeitgebern einen Nachlaß auf die Abführung der Lohnsteuer und Sozialabgaben, wenn dieser Arbeitgeber Langzeitarbeitslose einstellt oder Arbeitnehmer in den berufsbegleitenden Ausbildungsgängen des MBO ausbilden will.

    Eine weitere Priorität ist das steigende Interesse an Wissensvertiefung in der niederländischen Industrie und im Dienstleistungssektor in den Niederlanden. Arbeitgeber und Arbeitnehmer müssen unter anderem durch Teilnahme an der beruflichen Weiterbildung in die Lage versetzt werden, diese Wissensvertiefung auszugestalten. Der Staat will durch (steuerliche) Maßnahmen Erwerbstätigen den Zugang zur beruflichen Erstausbildung erleichtern und die Teilnahme an der Ausbildung fördern. Insbesondere sollen diese Maßnahmen Klein- und Mittelbetrieben zugute kommen, den Zugang von Personen mit höherer Qualifikation zu den KMB vergrößern und das Interesse an der Ausbildung für Erwerbstätige steigern.

    Die Ausbildung wird zu einem Bestandteil einer Arbeitsplatzvermittlung, die auf den einzelnen Arbeitslosen zugeschnitten ist.
    CINOP - Gerry Spronk
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