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Das Berufsbildungssystem in Schweden
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Die folgende Darstellung gründet sich auf die Beschreibung des schwedischen Berufsbildungssystems, die vom Cedefop 1999 in englischer Sprache sowie anschließend in deutscher und französischer Sprache veröffentlicht wurde. Das vorliegende Dokument wurde von Mats Lindell von der Technischen Universität Luleå im Auftrag des Cedefop und des Schwedischen Internationalen Programmbüros für den Bildungsbereich erstellt.

Projektkoordinatoren: Michael Adams, Eleonora Waltraud Schmid

Dezember 2000


Inhalt
  1. Schweden kurz und bündig (Stand Oktober 2000) 1.1 Land
    1.2 Arbeitsmarkt
    1.3 Bildungsstand der Bevölkerung
    1.4 Aufbau des schwedischen Bildungssystems
  2. Das schwedische Bildungssystem
  3. Berufsbildung in Schweden
  4. Das Bildungswesen im Rahmen der Schulpflicht 4.1 Die Pflichtschule (Primarstufe und Sekundarstufe I)
  5. Die Sekundarstufe II
  6. Berufliche Erstausbildung 6.1 Betriebliche Ausbildungsmodule (APU)
    6.2 Ungleichmäßige Geschlechterverteilung in den landesweiten Ausbildungsprogrammen
  7. Berufliche Weiterbildung 7.1 Arbeitsmarktausbildung
    7.2 Berufsbildung im Rahmen der kommunalen Erwachsenenbildung
         7.2.1 Sonderinitiative zur Anhebung des Bildungsstands Erwachsener
    7.3 Betriebliche Weiterbildung
    7.4 Beruflich-technische Hochschulausbildung
    7.5 Qualifizierte Berufsausbildung
  8. Verteilung der Zuständigkeiten
  9. Aufsichtsbehörden
  10. Ausgaben
  11. Tendenzen und Perspektiven 11.1 Regionale Ungleichgewichte und Arbeitslosigkeit
    11.2 Reformen zur Deckung der Nachfrage im IT-Bereich
    11.3 Gefahr eines wachsenden Kompetenzgefälles
    11.4 Weitere Reformstrategien im Berufsbildungsbereich

Anhang A Wichtige Organisationen
Anhang B Bibliografie

1. Schweden kurz und bündig (Stand Oktober 2000)

1.1 Land
Fläche: 449 964 km2
Gesamtbevölkerung: 8 878 828
Bevölkerungsdichte: 20 Einwohner/km2
Bevölkerung 16-64 Jahre: 5 587 950
BIP zu Marktpreisen: 1 994 854
Wachstumsrate des BIP:: 4.0 %
Inflationsrate: 1.4 %
EUR 1 = SEK 8.65

 

1.2 Arbeitsmarkt
Arbeitslosenquote: 4.0 %
Erwerbsbevölkerung 16-64 Jahre: 4 277 000
Erwerbsquote: 76.5 %
Erwerbstätige 16-64 Jahre:4 059 000
Arbeitslose 16-64 Jahre: 218 000

 

1.3 Bildungsstand der Bevölkerung
Tabelle 1. Bildungsstand der Bevölkerung zwischen 16 und 74 Jahren
Bildungsstand Männer   Frauen   Insgesamt  
  Zahl % Zahl % Zahl %
Grund-/Volksschule (< 9 Jahre) 445 159 51.6 418 173 48.4 863 332 100.0
9 bzw. 10 Jahre Pflichtschule (Primarstufe & Sekundarstufe I) 534 614 52.1 490 708 47.9 1 025322 100.0
Sekundarstufe II, 2 Jahre oder kürzer 840 942 47.6 927 436 52.4 1 768378 100.0
Sekundarstufe II, 3 Jahre oder länger 576 604 56.3 447 397 43.7 1 024001 100.0
Tertiäre (postsekundäre) Ausbildung, bis zu 3 Jahren Dauer 386 572 45.6 460 304 54.4 846 876 100.0
Tertiäre (postsekundäre) Ausbildung, 3 Jahre oder länger 316 977 48.0 343 165 52.0 660 142 100.0
Forschungsstudium 30 965 74.4 10 654 25.6 41 619 100.0
Keine Angaben zum Bildungsstand 53 020 50.3 52 446 49.7 105 466 100.0
Insgesamt 3 184853 100.0 3 150283 100.0 6 335136 100.0


SQuelle: Schwedisches Statistisches Zentralamt, 2000.

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2. Das schwedische Bildungssystem

Ein wichtiger Grundsatz des schwedischen Bildungssystems ist - gemäß den Vorgaben des Schulgesetzes (Skollagen 1985:1100) -, dass allen Kindern und Jugendlichen gleichberechtigter Zugang zur Bildung zu gewähren ist, unabhängig von ihrem Geschlecht, ihrer sozialen Herkunft, ihren wirtschaftlichen Verhältnissen und ihrem Wohnort. Sowohl die Pflichtschule (Primarstufe und Sekundarstufe I) als auch die Sekundarstufe II sind als integrierte Gesamtschulen angelegt, die alle Kinder und Jugendlichen der entsprechenden Altersgruppe aufnehmen sollen. Die Curricula für das Bildungswesen im Rahmen der Schulpflicht und die Sekundarstufe II haben landesweite Gültigkeit.

Die Reformen der Sekundarstufe II, die Ende der 80er Jahre konzipiert und im Laufe der 90er Jahre umgesetzt wurden, gingen vom Leitgedanken des lebensbegleitenden Lernens aus. Die Bedeutung der Berufsorientierung und der Vorbereitung auf das Erwerbsleben wurde im neuen landesweiten Curriculum für die Pflichtschule und die Sekundarstufe II sowie die kommunale Erwachsenenbildung neu abgesteckt. Die Zahl der unabhängigen Privatschulen hat seit Anfang der 90er Jahre infolge liberalisierter Bestimmungen und großzügigerer finanzieller Zuschüsse zugenommen, doch besuchen nach wie vor nur 2 % der Schüler eine private Bildungseinrichtung, was im internationalen Vergleich eine sehr niedrige Quote ist.

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3. Berufsbildung in Schweden

Das schwedische Berufsbildungssystem umfasst Maßnahmen der beruflichen Erstausbildung und der beruflichen Weiterbildung. Das System der beruflichen Bildung weist zahlreiche Ähnlichkeiten etwa mit dem Berufsbildungssystem Finnlands sowie mit den Systemen anderer Mitgliedstaaten der Europäischen Union auf. Dies ist u. a. auf Faktoren wie eine vergleichbare demografische und konjunkturelle Entwicklung, den industriellen und technologischen Fortschritt und ein gestiegenes Bewusstsein für die Notwendigkeit von sozialen Kompetenzen in der betrieblichen Arbeitsorganisation zurückzuführen.

Eine klare Eingrenzung des schwedischen Systems der beruflichen Bildung ist ein kompliziertes Unterfangen, da es sich hierbei nicht um ein Berufsbildungssystem mit spezifischen Zielen und deutlichen Trennungslinien handelt. Innerhalb des Schulwesens gibt es keine gesonderten Schulen für die berufliche Bildung. Ein Grundgedanke des schwedischen Bildungswesens ist die weitest gehende Annäherung der beruflichen und der allgemeinen Bildung. Infolgedessen hat sich ein Gesamtschulsystem herausgebildet, bei dem eine Trennung der Schüler in verschiedene Bildungszweige erst in der Sekundarstufe II erfolgt. Das schwedische Berufsbildungssystem zeichnet sich demnach durch einige Besonderheiten aus, u. a. eine enge Integration mit dem allgemein bildenden Bildungswesen und einen einheitlichen Kernfächerkanon. Ein weiterer wichtiger Unterschied zu anderen Ländern ist, dass in Schweden - anders als etwa in Deutschland und Österreich - keine ausgeprägte Tradition der betrieblichen Lehrlingsausbildung in engem Zusammenspiel mit Industrie und Handel besteht. Zwar wird in Schweden ein Lehrlingsausbildungsprogramm im Rahmen der Sekundarstufe II angeboten, doch ist dieses nur von sehr geringem Umfang.

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4. Das Bildungswesen im Rahmen der Schulpflicht

Das Bildungswesen im Rahmen der Schulpflicht umfasst die allgemeinen Pflichtschulen für Schüler bis zum Alter von 16 Jahren, die Schulen für die samischsprachige Bevölkerung im Norden Schwedens, Sonderschulen für (aufgrund einer schwerwiegenden Seh-, Hör- oder Sprachbehinderung) lernbehinderte Schüler sowie Sonderschulen für Schüler mit besonderen Betreuungsbedürfnissen (d. h. geistig Behinderte). Der Schulbesuch ist kostenlos. Weder für die Schüler noch für deren Eltern fallen irgendwelche Kosten für Lehrmittel, Schulspeisung, Gesundheitsfürsorge, Beförderung o. Ä. an. Im neuen Rahmenlehrplan für die Pflichtschule, der im Juli 1995 in Kraft trat, sind die Zielsetzungen und allgemeinen Leitlinien für die Schulbildung festgelegt. Es gibt zwei Arten von Zielen, die sich auf die fachlichen Inhalte und das landesweit geltende Curriculum beziehen:

a) „anzustrebende Ziele" sowie
b) „zu erreichende Ziele".

Die „anzustrebenden Ziele" geben die Ausrichtung des schulischen Unterrichts und somit die gewünschte Bildungsentwicklung vor. Die „zu erreichenden Ziele" hingegen drücken die Mindestanforderungen an den Wissensstand des Schülers beim Abgang von der Schule aus. Ab dem Schuljahr 1998/99 wurden die Curricula dahin gehend erweitert, dass sie fortan nicht mehr nur die Pflichtschulbildung erfassen, sondern auch die Vorschulerziehung und die Aktivitäten der öffentlichen Kinderhorte (Freizeitbetreuungszentren für schulpflichtige Kinder).

4.1 Die Pflichtschule (Primarstufe und Sekundarstufe I)
Die Ausbildung im Rahmen der Schulpflicht erfolgt an der neun Schuljahre umfassenden, als integrierte Gesamtschule konzipierten Pflichtschule (grundskola) für Schüler im Alter von 7 bis 16 Jahren. Seit 1991 sind Kinder berechtigt, bereits mit 6 Jahren eingeschult zu werden, sofern die Eltern dies wünschen und die zuständige Kommune in der Lage ist, diese Möglichkeit bereitzustellen. Dieses zusätzliche zehnte Schuljahr wird seit dem Schuljahr 1997/98 in allen Städten und Gemeinden des Landes angeboten.

Die Zahl der Schüler in der allgemeinen Pflichtschule entspricht im Großen und Ganzen dem zahlenmäßigen Umfang der jeweiligen Altersgruppen. Im Schuljahr 1998/99 besuchten insgesamt 1 010 227 Schüler zwischen 6 bzw. 7 und 16 Jahren die allgemeine Pflichtschule. Die anderen Schularten des Bildungswesens im Rahmen der Schulpflicht sind, was die Zahl der Schüler betrifft, nur von äußerst geringem Umfang.

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5. Die Sekundarstufe II

Die Zahl der Schüler in der Sekundarstufe II hat seit 1990 zugenommen, obwohl sich die Altersgruppe der 16- bis 18-Jährigen zahlenmäßig verkleinert hat. Insgesamt besuchten 309 143 Schüler im Jahre 1998 die Sekundarstufe II. Einer der Gründe für den Gesamtanstieg ist, dass die früheren kürzeren Bildungsgänge und Spezialisierungskurse allmählich durch dreijährige Ausbildungsprogramme ersetzt worden sind. Im Laufe der 90er Jahre wurde die Sekundarstufe II reformiert und umfasst gegenwärtig 17 landesweite Ausbildungsprogramme, von denen 15 vorwiegend berufsbildend angelegt sind und zwei (die so genannten „allgemein bildenden" Programme) auf die Aufnahme eines Universitätsstudiums vorbereiten.

Tabelle 2. Landesweite Ausbildungsprogramme in der Sekundarstufe II
1. Baugewerbeprogramm - Hoch- und Tiefbau, Stahl- und Gerüstbau, Malerarbeiten *
2. Elektrotechnikprogramm - Automatisierung, Elektronik, Installation *
3. Energiewirtschaftsprogramm - Energieversorgung, Schiffsmaschinentechnik, Heizungs-, Lüftungs- und Sanitärtechnik *
4. Fahrzeugtechnikprogramm - Luftfahrttechnik, Karosseriebau, Kraftfahrzeugtechnik, Transporte *
5. Gastgewerbeprogramm - Hotel- und Gaststättengewerbe, Großküchen *
6. Gesellschaftswissenschaftliches Programm - Wirtschafts-, Geistes- und Gesellschaftswissenschaften **
7. Gesundheitsfürsorgeprogramm - Krankenpflege, Zahnarzthelfer/in usw. *
8. Handels- und Verwaltungsprogramm *
9. Handwerksprogramm - verschiedene handwerkliche Berufe *
10. Industrieprogramm - Industrie, Verfahrenstechnik, Holzverarbeitung, Textil- und Bekleidungsindustrie *
11. Kinder- und Freizeitbetreuungsprogramm *
12. Künstlerisches Programm - bildende Kunst und Design, Tanz- und Schauspielkunst, Musik *
13. Medienprogramm - Information und Werbung, grafische Medien *
14. Nahrungsmittelgewerbeprogramm - Herstellung von Back- und Konfiseriewaren, Frischfleisch- und Wurstwarenverarbeitung usw. *
15. Naturressourcennutzungsprogramm *
16. Naturwissenschaftliches Programm - Naturwissenschaften und Technik **
17. Technisches Programm *
* Berufsbildende Programme
** Allgemein bildende, studienvorbereitende Programme
Quelle: Schwedisches Zentralamt für Schule und Erwachsenenbildung, 2000.

Die meisten landesweiten Ausbildungsprogramme sind ab dem zweiten bzw. dritten Ausbildungsjahr in Spezialisierungszweige untergliedert, die der Struktur des Arbeitsmarktes entsprechen.

Im Jahre 1998 gab es in Schweden 624 Schulen der Sekundarstufe II, die sich auf folgende Träger verteilten:

  • Städte und Gemeinden (92,2 %)
  • Provinzen (4,3 %)
  • nichtstaatliche Träger (3,5 %)
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6. Berufliche Erstausbildung

Die berufliche Erstausbildung vermittelt in Schweden grundlegende Kompetenzen und allgemeine Qualifikationen, die den Absolventen dazu befähigen, bestimmte Funktionen innerhalb eines Berufes auszuüben. Grundsätzlich erfolgen in Schweden alle Ausbildungsgänge der beruflichen Erstausbildung im Rahmen der Sekundarstufe II. Die berufliche Erstausbildung wird zu mehr als 99 % mit Mitteln der öffentlichen Hand finanziert. Rund 150 000 Schüler durchlaufen eine berufliche Erstausbildung. Dies sind etwa 50 % der Gesamtzahl der Schüler in der Sekundarstufe II. Die Übergangsquote von der Sekundarstufe II zum tertiären Bildungsbereich ist im Laufe der letzten zehn Jahre deutlich gestiegen. Heute nehmen nahezu 45 % der Abgänger der Sekundarstufe II innerhalb von drei Jahren ein Hochschulstudium auf.

6.1 Betriebliche Ausbildungsmodule (APU)
In den berufsbildenden Programmen sollen die Schüler mindestens 15 % der gesamten Ausbildungszeit an einem betrieblichen Arbeitsplatz verbringen (arbetsplatsförlagd utbildning - APU). Die Ausbildung am Arbeitsplatz erfolgt nach den Vorgaben eines entsprechenden Lehrplans. Welche Abschnitte der Ausbildungsgänge an einem betrieblichen Arbeitsplatz stattfinden sollen, wird örtlich festgelegt. Auf kommunaler oder Provinzialebene eingesetzte Schulausschüsse sind für die Beschaffung von betrieblichen Ausbildungsplätzen und die Beaufsichtigung der an den Arbeitsplatz verlegten Ausbildungsabschnitte zuständig. Die betrieblichen Ausbildungsmodule werden von den Schülern hoch geschätzt. In einer 1995 durchgeführten landesweiten Erhebung gaben fast neun von zehn Schülern in den berufsbildenden Programmen an, mit den betrieblichen Ausbildungsmodulen zufrieden zu sein. Unter anderem empfanden es die Schüler als positiv, dass ihnen durch die betriebliche Ausbildung der Zusammenhang zwischen dem in der Schule erlernten Wissen und den in der Arbeitswelt gestellten Anforderungen ersichtlich wurde. Den Schulen dagegen erscheinen die betrieblichen Ausbildungsmodule als ein schwieriger Bereich, der eine umfassende Planungs- und Umsetzungsarbeit erfordert. Eine weitere Schwierigkeit im Zusammenhang mit der betrieblichen Ausbildung ist, dass sich viele der für die Veranstaltung der betrieblichen Ausbildung zuständigen Personen in der Arbeitswelt für unzureichend bewandert halten und meinen, nicht über die erforderlichen Mittel zu verfügen, um eine qualitativ hochwertige Ausbildung mit Blick auf die vorgegebenen Bildungsziele gewährleisten zu können.

6.2 Ungleichmäßige Geschlechterverteilung in den landesweiten Ausbildungsprogrammen
Das Geschlechterverhältnis fällt in den verschiedenen berufsbildenden Programmen extrem unterschiedlich aus. 1998 lag etwa der Anteil der Teilnehmer weiblichen Geschlechts im Gesundheitsfürsorgeprogramm bei 86 %. Demgegenüber betrug der Frauenanteil im Elektrotechnikprogramm ganze 1,8 %. Berufsbildende Programme mit einem relativ ausgeglichenen Geschlechterverhältnis waren die Programme Handel und Verwaltung, Gastgewerbe, Nahrungsmittelgewerbe, Medien und Naturressourcennutzung.

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7. Berufliche Weiterbildung

Die berufliche Weiterbildung bildet nach Auffassung der Sozialpartner eine Voraussetzung für die Erhaltung einer hoch qualifizierten Erwerbsbevölkerung in Anbetracht des rapiden technologischen und industriellen Wandels. Ein hoher Ausbildungsstand der Arbeitnehmer ist eine Vorbedingung für Anpassung und Erneuerung. Dementsprechend stimmen die Sozialpartner darin überein, dass praktisch die gesamte berufliche Erstausbildung und der Großteil der beruflichen Weiterbildung (mit Ausnahme der betrieblichen Weiterbildung) durch die öffentliche Hand finanziert werden sollte, wie dies in Schweden der Fall ist. Diese Einstellung ist nicht zuletzt auch dadurch bedingt, dass die Sozialpartner in den verschiedenen Verwaltungsgremien in großem Umfang vertreten sind, insbesondere auf regionaler und örtlicher Ebene. Die Anbieter von beruflichen Weiterbildungsmaßnahmen lassen sich in folgende Kategorien unterteilen: öffentliche Einrichtungen, Gewerkschaften, Arbeitgeberverbände, privatwirtschaftliche Unternehmen und Ausbildungsfirmen.

Während das formale Bildungswesen aus Reichstags- und Regierungsbeschlüssen hervorgegangen ist, wurde die Entwicklung der beruflichen Bildung auch von den Sozialpartnern maßgeblich mitgeprägt. Somit wird ein wesentlicher Teil der beruflichen Weiterbildung nicht durch Beschlüsse der Regierung oder des Reichstags geregelt, sondern in Verhandlungen und örtlichen Übereinkünften der Sozialpartner festgelegt. Dies gilt insbesondere für den Bereich der betrieblichen Weiterbildung und die unterschiedlichen Formen der Aus- und Weiterbildung am Arbeitsplatz. Die gesetzliche Grundlage für die berufliche Weiterbildung im Rahmen des öffentlichen Schulwesens für Erwachsene bilden das Schulgesetz und die Verordnung zur kommunalen Erwachsenenbildung (förordningen 1992:403 om kommunal vuxenutbildning).

Umfang und Ausmaß der beruflichen Weiterbildung werden weitgehend durch die Veränderungen des Angebots und der Nachfrage auf dem Arbeitsmarkt bestimmt. Der Bereich der beruflichen Weiterbildung umfasst:

  • die Arbeitsmarktausbildung
  • die Berufsbildung im Rahmen der kommunalen Erwachsenenbildung
  • die betriebliche Weiterbildung
  • die beruflich-technische Hochschulausbildung
  • die qualifizierte Berufsausbildung

Individuelle Anreize zur Teilnahme an einer beruflichen Weiterbildung ergeben sich zu einem großen Teil aus einer veränderten Arbeitsmarktlage, insbesondere aus der Motivation, einer eventuell drohenden Arbeitslosigkeit zu entgehen. Die allgemeine und berufliche Bildung wird immer mehr zu einem notwendigen Rüstzeug zur Bewältigung neuer Kompetenzanforderungen und Anpassung an eine effizientere und flexiblere Arbeitsorganisation. Dies wirkt sich auch auf die Lernmotivation des Einzelnen und die individuellen Anreize zum lebensbegleitenden Lernen aus.

7.1 Arbeitsmarktausbildung
Die Arbeitsmarktausbildung zielt in erster Linie darauf ab, Arbeitslosen und schwer vermittelbaren Arbeitsuchenden ohne ausreichende berufliche Qualifikation zu helfen. Das Ausbildungsprogramm ist größtenteils berufsbildend angelegt, kann jedoch auch einführenden und allgemein bildenden theoretischen Unterricht enthalten, der eine notwendige Ergänzung der beruflichen Ausbildung darstellt. Bewerber müssen das 20. Lebensjahr vollendet haben und beim Arbeitsamt als Arbeitsuchende gemeldet sein. Infolge der hohen Arbeitslosigkeit in den letzten Jahren hat sich das Schwergewicht der Arbeitsmarktausbildung in Schweden zunehmend auf Personen mit Berufserfahrung und relativ hohem Bildungsstand verlagert, d. h. von den Risikogruppen hin zu Gruppen, die eine Beschäftigungsressource darstellen. Heute erfolgt die Durchführung dieser Ausbildungsmaßnahmen nach dem Prinzip der Auftragsvergabe. Die öffentlichen Mittel für die Arbeitsmarktausbildung werden über das Zentralamt für Arbeit und die ihm unterstellten Provinzialarbeitsämter verteilt. Die ehemalige Arbeitsmarktausbildungsbehörde, die inzwischen in die eigenständige Firma Lernia AB umgewandelt wurde, ist jetzt nur noch einer von vielen Ausbildungsanbietern, die auf dem Markt miteinander konkurrieren.

7.2 Berufsbildung im Rahmen der kommunalen Erwachsenenbildung
Die kommunale Erwachsenenbildung (kommunal vuxenutbildning) für Personen ab 20 Jahren existiert in Schweden seit 1968. Sie umfasst:

  • die grundlegende Erwachsenenbildung,
  • die Sekundarstufe II für Erwachsene sowie
  • berufsbezogene Aufbaukurse für Erwachsene.

Die Teilnahme an Bildungsmaßnahmen dieser Art führt zum Erwerb von formalen Qualifikationen in einzelnen Fächern oder zum Erwerb eines Abschlusszeugnisses, das dem der allgemeinen Pflichtschule und/oder der Sekundarstufe II für Jugendliche entspricht. In einer Verordnung aus dem Jahre 1991 zur Vergabe von Zuschüssen an Volksbildungseinrichtungen sind einige Voraussetzungen für die Zuweisung von staatlichen Subventionen etwa an die Heimvolkshochschulen festgelegt. Darin werden einige der besonderen Ziele der Volksbildung aufgeführt, doch bestehen praktisch keine Vorschriften in Bezug auf die Gestaltung oder die Inhalte des Bildungsangebots im Volksbildungsbereich. Mit den berufsbezogenen Aufbaukursen für Erwachsene sollen berufsbildende Schulungen angeboten werden, die im Ausbildungsangebot für Jugendliche fehlen. Diese Kurse dienen dem Erwerb höherer beruflicher Kompetenzen oder der Aneignung von Kompetenzen in einem neuen Beruf. 1997 lagen von den im Rahmen der kommunalen Erwachsenenbildung belegten Kursen 17 % auf Pflichtschulniveau. Rund 80 % der Teilnehmer besuchten Kurse auf dem Niveau der Sekundarstufe II, und 3 % nahmen an berufsbezogenen Aufbaukursen teil.

7.2.1 Sonderinitiative zur Anhebung des Bildungsstands Erwachsener
1997 lief im Rahmen der kommunalen Erwachsenenbildung die Sonderinitiative „Kunskapslyftet" („Aktion zur Anhebung des allgemeinen Bildungsstands") an. Die Aktion zur Anhebung des allgemeinen Bildungsstands ist eine Reform, die in erster Linie auf Erwachsene zugeschnitten ist, die keine Ausbildung in der Sekundarstufe II absolviert haben. Diese Sonderinitiative, die bis zum Jahre 2002 andauern wird, hat einen erheblichen Zuwachs der Teilnehmerzahlen im Erwachsenenbildungsbereich herbeigeführt. Im Schuljahr 1996/97 stieg die Zahl der Teilnehmer auf 237 128 an. Im Schuljahr 1997/98 nahm die Zahl der Teilnehmer um 79 570 (34 %) auf 316 698 zu.

7.3 Betriebliche Weiterbildung
Betriebliche Weiterbildungsmaßnahmen, die von Unternehmen und öffentlichen Arbeitgebern veranstaltet werden, nahmen in den 80er Jahren stärker zu als alle anderen Formen der Erwachsenenbildung und machen heute den weitaus größten Teil der beruflichen Weiterbildung aus. Im Laufe der letzten zehn Jahre hat sich die Teilnahmequote an der betrieblichen Weiterbildung nahezu verdoppelt. Wie Statistiken für das erste Halbjahr 2000 zeigen, nehmen 40 % der schwedische Erwerbstätigen (rund 1,5 Millionen Arbeitnehmer) an betrieblichen Schulungen teil. Die betriebliche Weiterbildung wird definitionsgemäß von den Arbeitgebern finanziert. Die Ausgaben für betriebliche Weiterbildungsmaßnahmen machten 1997 etwa 95 % der Gesamtkosten für die berufliche Weiterbildung aus.

Betriebliche Weiterbildungsmaßnahmen finden in aller Regel während der Arbeitszeit statt; in manchen Fällen werden jedoch auch außerhalb der regulären Arbeitszeiten durchlaufene Schulungen von den Arbeitgebern gefördert. Die betriebliche Weiterbildung wird zum Teil von den Unternehmen und öffentlichen Einrichtungen selbst organisiert. Durch das Wachstum dieses Bereichs hat sich jedoch auch ein Markt für Ausbildungsanbieter entwickelt, auf dem die Kommunen und die Hochschulen sowie private Bildungsveranstalter als Akteure auftreten. Entscheidungen über die Weiterbildung von Betriebsangehörigen werden vom jeweiligen Arbeitgeber getroffen, allerdings haben die Gewerkschaften mehr oder weniger umfangreiche Möglichkeiten der Einflussnahme. Es gibt heute nur sehr wenige Tarifvereinbarungen in Bezug auf die berufliche Weiterbildung. Eine Ausnahme hiervon bilden die Lehrberufe, für die die berufliche Weiterbildung gesetzlich und durch Tarifabkommen geregelt ist.

7.4 Beruflich-technische Hochschulausbildung
Die beruflich-technische Hochschulausbildung (yrkesteknisk högskoleutbildning - YTH) ist eine Form der beruflichen Weiterbildung für Techniker, die eine mindestens vierjährige einschlägige Berufserfahrung vorweisen können. Ziel dieser Kurzstudiengänge ist es, Personen, die sich beruflich weiter entfalten möchten, umfassendere und eingehendere Kenntnisse innerhalb eines bestimmten technischen Berufes zu vermitteln. Im akademischen Jahr 2000/01 werden etwa 30 unterschiedliche Studiengänge dieser Art an 17 verschiedenen Orten in ganz Schweden veranstaltet. Branchen, in denen solche technischen Fortbildungsgänge angeboten werden, sind u. a. das Baugewerbe, die Elektronikindustrie und die stahl- und metallverarbeitende Industrie. Die Dauer dieser technischen Kurzstudiengänge beträgt im Allgemeinen 1,5 Jahre (3 Semester bzw. 60 akademische Anrechnungspunkte). Die Ausbildung wird mit einem Hochschulexamen abgeschlossen.

7.5 Qualifizierte Berufsausbildung
Der Modellversuch zur „qualifizierten Berufsausbildung" (kvalificerad yrkesutbildning, KY) lief im Jahre 1996 an. Mit der qualifizierten Berufsausbildung soll der Nachfrage von Industrie und Handel nach neuen Qualifikationen und höher qualifizierten Arbeitnehmern entgegengekommen und die Curriculumgestaltung von der nationalen auf die örtliche Ebene verlagert werden. Rechtliche Grundlage für den Modellversuch zur qualifizierten Berufsausbildung bildet die Regierungsvorlage 1995/96:145 sowie die Regierungsverordnung 1996:372. Bei der qualifizierten Berufsausbildung ist ein Drittel der Ausbildungszeit der fortgeschrittenen Anwendung theoretischer Kenntnisse an einem betrieblichen Arbeitsplatz gewidmet. Diese Ausbildungsgänge sollen dabei nicht als traditionelle betriebliche Lehre organisiert werden, sondern vielmehr von einem aktiven Lern- und Problemlösungsprozess am Arbeitsplatz ausgehen und in eine im Bildungswesen verankerte Struktur eingebettet sein. Die Dauer der qualifizierten Berufsausbildung beträgt zwischen 40 und 120 Studienwochen bzw. akademischen Anrechnungspunkten (Studieneinheiten, die jeweils einer Woche Vollzeitstudium entsprechen). Die Ausbildungsgänge gründen sich auf eine enge Zusammenarbeit zwischen Betrieben und verschiedenen Bildungsanbietern (Schulen der Sekundarstufe II, kommunalen Erwachsenenbildungseinrichtungen, Hochschulen und Universitäten sowie gewerblichen Bildungsveranstaltern), deren Gewicht sich wie folgt verteilt:

  • kommunale Schulträger 50 %
  • private Ausbildungsfirmen 30 %
  • Hochschulen und Universitäten 20 %

Hinsichtlich der Berufssparten, in denen die qualifizierte Berufsausbildung angeboten werden kann, bestehen heute keinerlei Beschränkungen. Zu den Ausbildungsgängen werden sowohl Absolventen der Sekundarstufe II zugelassen, die direkt von der Schule kommen, als auch bereits berufstätige Personen, die ihre Qualifikationen auf einem bestimmten Gebiet weiter ausbauen wollen.

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8. Verteilung der Zuständigkeiten

Die Gesamtverantwortung für das Bildungswesen liegt in Schweden beim Reichstag (dem schwedischen Parlament) und der Regierung. Mit einigen geringfügigen Ausnahmen ist der gesamte Bereich der allgemeinen und beruflichen Bildung rechtlich dem Ministerium für Bildung und Wissenschaft unterstellt. Die Zuständigkeiten für die wichtigsten Formen der beruflichen Bildung verteilen sich wie folgt, wobei die jeweils verantwortliche Instanz in Klammern angegeben wird:

  • Sonderinitiative zur Anhebung des Bildungsstands Erwachsener (Ministerium für Bildung und Wissenschaft)
  • kommunale Erwachsenenbildung (Ministerium für Bildung und Wissenschaft)
  • qualifizierte Berufsausbildung (Ministerium für Bildung und Wissenschaft)
  • Arbeitsmarktausbildung (Ministerium für Wirtschaft, Beschäftigung, Verkehr, Post und Telekommunikation)
  • betriebliche Weiterbildung (Arbeitgeber)
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9. Aufsichtsbehörden

Die wichtigste zentrale Behörde für die Beaufsichtigung des Schulwesens ist das Zentralamt für Schule und Erwachsenenbildung (Skolverket). Zu dessen vornehmlichen Aufgaben gehören die landesweite Beobachtung und Evaluierung der gesamten Bildungstätigkeit der Schulen sowie die zentrale Entwicklung des Schulwesens. Die zentrale Zuständigkeit für die Beaufsichtigung der Arbeitsmarktausbildung liegt beim Zentralamt für Arbeit (Arbetsmarknadsstyrelsen, AMS).

Weitere Aufsichtsbehörden auf zentralstaatlicher Ebene sind:

  • das staatliche Institut für Behindertenfragen in der Schule (Statens institut för handikappfrågor i skolan, SIH)
  • das Zentralamt für höhere Bildung (Högskoleverket)
  • der staatliche Zentraldienst für Universitäten und Hochschulen (Verket för högskoleservice)

Deren Hauptaufgaben sind:

  • die laufende landesweite Beobachtung und Evaluierung der Leistungen der Schulen;
  • die Überwachung der Einhaltung der Bestimmungen des Schulgesetzes seitens der Städte und Gemeinden und der Wahrung der Rechte des Einzelnen;
  • die Schaffung einer Grundlage für Vorschläge zur Weiterentwicklung des formalen Schulwesens;
  • die Erstellung von Lehrplänen.
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10. Ausgaben

Die Gesamtausgaben für das schwedische Bildungswesen - sowohl des privaten Sektors wie der öffentlichen Hand - beliefen sich im Jahre 1997 laut groben Schätzungen auf rund 200 Milliarden schwedische Kronen (24 Mrd. Euro), das entspricht etwa 11,5 % des Bruttoinlandsprodukts (BIP). Die wichtigsten Formen der Berufsbildung werden durch die öffentliche Hand finanziert, mit Ausnahme der betrieblichen Weiterbildung; diese findet zwar zu etwa 50 % im öffentlichen Dienst statt und wird insofern ebenfalls mit öffentlichen Geldern bestritten, jedoch nicht aus dem staatlichen Bildungsetat.

Tabelle 3. Geschätzte Gesamtausgaben für die Berufsbildung in Schweden im Jahre 1997
Bildungsform Ausgaben in Mio. SEK % des BIP Ausgaben in Mio. EUR
Berufliche Erstausbildung 13 300 0.8 1 560
Berufliche Weiterbildung 52 900 3.1 6 230
Insgesamt 66 200 3.9 7 790
Quelle: Cedefop, 2000

 

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11. Tendenzen und Perspektiven

11.1 Regionale Ungleichgewichte und Arbeitslosigkeit
Wie in vielen anderen Mitgliedstaaten stellt heute die Jugendarbeitslosigkeit in Schweden ein großes Problem dar. Diese Entwicklung geht einher mit einer Zunahme der regionalen Ungleichgewichte zwischen den expandierenden Städten im südlichen Drittel des Landes und den mittleren und nördlichen Regionen Schwedens, die von einer hohen Arbeitslosigkeit betroffen sind.

11.2 Reformen zur Deckung der Nachfrage im IT-Bereich
Das anhaltend hohe Tempo des Wandels auf dem Arbeitsmarkt hat deutliche Auswirkungen auf die Nachfrage nach Qualifikationen und Kompetenzen in der Erwerbsbevölkerung. Um diesem Bedarf gerecht zu werden, rief die Regierung 1997 ein Programm zur gezielten Förderung von IT-Kompetenzen ins Leben. Über einen Zeitraum von drei Jahren (1997-2000) durchliefen 11 000 Personen eine Ausbildung, die sie auf eine Tätigkeit in der IT-Branche vorbereiten sollte. Im Dezember 1999 setzte die Regierung einen Sonderbeauftragten ein, der die Möglichkeiten zur Einführung von individuellen Bildungskonten ausloten und ein geeignetes System hierfür ausarbeiten sollte. Im Haushaltsentwurf der Regierung für das Jahr 2000 wurde die Bereitstellung von zweckgebundenen Mitteln für die Förderung der ständigen individuellen Kompetenzentwicklung vorgeschlagen. Die für die individuelle Kompetenzentwicklung vorgesehenen Gelder beliefen sich für das Jahr 2000 auf 1,35 Milliarden schwedische Kronen und in der Folge auf jährlich 1,15 Milliarden Kronen.

11.3 Gefahr eines wachsenden Kompetenzgefälles
Wie statistische Untersuchungen auf dem schwedischen Arbeitsmarkt aus jüngster Zeit zeigen, nehmen hoch gebildete Erwerbstätige in großen Umfang an Fortbildungsmaßnahmen teil, während Arbeitnehmer mit geringer Vorbildung nur sehr wenig berufliche Weiterbildung erhalten. Anlass zur Sorge gibt der Trend, dass letztere in dem Fall, dass sie in ihrer jetzigen Stellung keine ausreichende Kompetenzentwicklung durchlaufen, in der Zukunft nicht mehr in der Lage sein werden, ihrem jeweiligen Beruf nachzugehen.

11.4 Weitere Reformstrategien im Berufsbildungsbereich
Entwicklungen an den Arbeitsplätzen und das unterschiedliche Profil der Arbeitnehmerschaft stellen weitere bedeutende Herausforderungen dar. Um diese Entwicklung innerhalb des Systems der beruflichen Erstausbildung aufzugreifen, wurde am Ministerium für Bildung und Wissenschaft eine Projektgruppe eingesetzt, die den Auftrag erhielt, Strategien für die Zukunft der betrieblichen Ausbildungsmodule (APU) zu erarbeiten. Im Juni 2000 befasste sich das Ministerium für Bildung und Wissenschaft mit drei Vorschlägen für die zukünftige Gestaltung der postsekundären und höheren beruflichen Bildung. Einer der unterbreiteten Vorschläge sieht eine radikale Neuordnung und die Einführung von neuen postsekundären Berufsakademien vor.

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Anhang A

Wichtige Organisationen

1. Staatliche Behörden

Fachkommission zur qualifizierten Berufsausbildung
(Kommittén för Kvalificerad Yrkesutbildning)
Birger Jarls Torg 5
SE-103 33 Stockholm
Tel. (46-8) 8 405 17 17
Fax (46-8) 8 405 44 98
http://www.ky.gov.se

Schwedisches Ministerium für Bildung und Wissenschaft
(Utbildningsdepartementet)
SE-103 33 Stockholm
Tel. (46-8) 405 10 00
Fax (46-8) 723 11 92
E-mail: lena.lunden@education.ministry.se
http://www.education.ministry.se

Schwedisches Ministerium für Wirtschaft, Beschäftigung, Verkehr, Post und Telekommunikation
(Näringsdepartementet)
Jakobsgatan 26
SE-103 33 Stockholm
Tel. (46-8)-405 10 00
Fax 08-411 36 16
E-mail: registrator@industry.ministry.se
http://www.naring.regeringen.se

Schwedisches Zentralamt für Schule und Erwachsenenbildung
(Skolverket)
SE-106 20 Stockholm
Tel. (46-8) 723 32 00
Fax (46-8) 24 44 20
E-mail: skolverket@skolverket.se
http://www.skolverket.se

Schwedisches Zentralamt für höhere Bildung (Högskoleverket)
Birger Jarlsgatan 43
Box 7851, SE-103 99 Stockholm
Tel. (46-8) 453 70 00
Fax (46-8) 453 70 50
E-mail: hsv@hsv.se
http://www.hsv.se

Schwedisches Zentralamt für Arbeit
(Arbetsmarknadsstyrelsen)
SE-103 33 Stockholm
Tel. (46-8) 730 60 00
Fax (46-8) 82 70 18
E-mail:
http://www.ams.se

2. Organisationen der Sozialpartner und sonstige Organisationen

Reichsverband Schwedischer Lehrer
(Lärarnas Riksförbund, LR)
Box 3529, SE-103 69 Stockholm
Tel. (46-8) 613 27 00
Fax (46-8) 21 91 36
E-mail: lr@lr.se
http://www.lr.se

Schwedischer Gemeindeverband
(Svenska kommunförbundet)
SE-118 82 Stockholm
Tel. (46-8) 772 41 00
Fax (46-8) 641 15 35
E-mail: biblioteket@svekom.se
http://www.svekom.se/

Zentralverband Schwedischer Arbeitgeber
(Svenska arbetsgivareföreningen, SAF)
SE-103 30 Stockholm
Tel. (46-8) 762 60 00
Fax (46-8) 762 62 90
E-mail: info@saf.se
http://www.saf.se

Schwedischer Provinziallandtagsverband
(Landstingsförbundet)
Box 70491, SE-103 87 Stockholm Tel. (46-8) 702 43 00
Fax (46-8) 702 45 90
E-mail: landstingsforbundet@if.se
http://www.lf.se/

Schwedischer Gewerkschaftsbund
(Landsorganisationen, LO)
Barnhusgatan 18
SE-105 53 Stockholm
Tel. (46-8) 796 25 00
Fax (46-8) 796 28 00
E-mail: info@lo.se
http://www.lo.se

Berufsbildungsrat der schwedischen Sozialpartner
(Arbetsmarknadens yrkesråd)
Blasieholmsgatan 4A
SE-111 48 Stockholm
Tel. (46-8) 762 60 00
Fax (46-8) 762 62 90
http://www.yrkesguiden.com/yrk/ay/info.htm

Schwedisches Internationales Programmbüro für den Bildungsbereich
(Internationella programkontoret för utbildningsområdet)
Kungsbroplan 3A
Box 22007, SE-104 22 Stockholm
Tel. (46-8) 453 72 00
Fax (46-8) 453 72 01
E-mail: info@eupro.se
http://www.eupro.se

Lernia AB
Lövholmsvägen 2
Box 47329, SE-100 74 Stockholm
Tel. (46-8) -709 70 00
Fax (46-8) -19 20 89
E-mail: raija.ryynanen@lernia.se
http://www.lernia.se

Schwedisches Statistisches Zentralamt
(Statistiska Centralbyrån)
SE-701 89 Örebro
Tel. (46-19) 17 60 00
Fax (46-19) 17 64 44
E-mail: infoservice@scb.se
http://www.scb.se

Schwedisches Institut
(Svenska institutet)
Box 7343, SE-103 91 Stockholm
Tel. (46-8) 789 20 00
Fax (46-8) 20 72 48
E-mail: si@si.se

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Anhang B

Bibliografie

Cedefop (2000). Das Berufsbildungssystem in Schweden. Erstellt von Dr. Kenneth Abrahamsson. Luxemburg: Amt für amtliche Veröffentlichungen der Europäischen Gemeinschaften. Monografien-Reihe. 1. Auflage 1999. ISBN: 92-827-4030-7.

Cedefop (2000). The financing of vocational education and training in Sweden. Financing portrait. Erstellt von Ronnie Andersson. Luxemburg: Amt für amtliche Veröffentlichungen der Europäischen Gemeinschaften. Panorama-Reihe. ISBN 92-827-5673-4.

TNTEE Publications, Band 1, Nr. 1, August 1998. Vocational education and training in Germany and Sweden. Strategies of control and movements of resistance and opposition. TNTEE Editorial office, Universität Umeå. ISSN 1403-5782

Ds 2000:33. En ny eftergymnasial yrkesutbildning („Eine neue postsekundäre Berufsausbildung"). Utbildningsdepartementet (Schwedisches Ministerium für Bildung und Wissenschaft). Stockholm. ISBN 91-38-21226-9.

Skolverket (Schwedisches Zentralamt für Schule und Erwachsenenbildung) (1999). Beskrivande data om barnomsorg och skola 1999 („Beschreibende Daten zu Kinderbetreuung und Schule 1999"). Skolverkets rapportserie (Berichterstattungsreihe des Zentralamtes für Schule und Erwachsenenbildung) Nr. 173. Stockholm. ISSN 1103-2421.

SOU 1995:38. Yrkeshögskolan. Kvalificerad eftergymnasial utbildning („Die Berufsfachhochschule - Qualifizierte postsekundäre Berufsausbildung"). Utbildningsdepartementet (Schwedisches Ministerium für Bildung und Wissenschaft). Stockholm. ISBN 91-38-13924-3.

SOU 1999:119. Utvärderingen av KY („Evaluation der qualifizierten Berufsausbildung"). Utbildningsdepartementet (Schwedisches Ministerium für Bildung und Wissenschaft). Stockholm. ISBN 91-7610-752-3.

SOU 2000:28. Kunskapsbygget 2000 - det livslånga lärandet. Slutbetänkande från kunskapslyftskommittén. („Kompetenzausbau 2000 - das lebenslange Lernen. Abschlussbericht der Regierungskommission zur Anhebung des allgemeinen Bildungsstands") Utbildningsdepartementet (Schwedisches Ministerium für Bildung und Wissenschaft). Stockholm. ISBN 91-38-21175-0.

Statistiska Centralbyrån (Schwedisches Statistisches Zentralamt) (2000). Statistisk årsbok för Sverige („Statistisches Jahrbuch Schweden"). ISBN 91-618-0990-X.

Statistiska Centralbyrån (Schwedisches Statistisches Zentralamt) (1998). Utbildningsstatistisk årsbok („Jahrbuch zur Bildungsstatistik"). ISBN 91-618-0951-9.

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